Veröffentlichungsdatum: 11.07.2025 13:01 / Welt Nachrichten Karl Bernestein Karl Bernestein

Richter prüft Einschränkungen bei ICE-Festnahmen in Kalifornien

Richter prüft Einschränkungen bei ICE-Festnahmen in Kalifornien

Bundesrichter prüft Notfallbeschränkungen für ICE-Festnahmen in Kalifornien im Streit um Verfassungsrechte.

Bundesrichter hört Argumente zur Durchsetzung des Einwanderungsrechts

Ein Bundesrichter in Los Angeles erwägt derzeit, ob er strenge neue Beschränkungen für die Festnahmen durch die Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in Kalifornien verhängen soll. Die Anhörung am Donnerstag unter Vorsitz von Richterin Maame Ewusi-Mensah Frimpong findet statt, während die Regierung von Präsident Donald Trump weiterhin eine aggressive Abschiebepolitik im Bundesstaat verfolgt.

Der Fall begann im Juni als Petition von drei Inhaftierten, hat sich jedoch zu einer weitreichenden Klage entwickelt, an der mehrere Einwanderungsrechtsorganisationen und von Demokraten geführte Kommunalverwaltungen beteiligt sind. Die Städte Los Angeles, Santa Monica, Culver City und West Hollywood haben sich dem Rechtsstreit angeschlossen, und mehrere Bundesstaaten haben unterstützende Schriftsätze eingereicht.

Die Kläger behaupten, dass ICE-Beamte verfassungswidrige Praktiken angewandt haben, indem sie „wahllose“ Festnahmen durchführten und häufig Menschen mit brauner Haut an Orten wie Baumärkten, Autowaschanlagen und Farmen ins Visier nahmen. Anwälte argumentieren, dass viele Festnahmen ohne begründeten Verdacht erfolgten und somit gegen den vierten Verfassungszusatz verstießen, und dass dabei auch US-Bürger versehentlich festgenommen wurden. Sie machen geltend, dass die von der Trump-Regierung vorgegebene Quote von 3.000 Festnahmen pro Tag dazu geführt habe, dass rechtliche Schutzmechanismen umgangen wurden.

Verfassungsfragen und Reaktion der Regierung

Die Anwälte der Städte und Organisationen führen zudem an, dass Inhaftierte in einer Kurzzeit-Einrichtung in der Innenstadt von Los Angeles keinen ausreichenden Zugang zu Rechtsbeistand hatten, was Bedenken hinsichtlich des fünften Verfassungszusatzes aufwirft. Die Kläger fordern vom Gericht einen erweiterten Besucherzugang und eine verstärkte Kontrolle der Einrichtung, die im Juni nach Protesten vorübergehend evakuiert wurde.

Anwälte des Justizministeriums, die die Trump-Regierung vertreten, weisen jegliches Fehlverhalten zurück und betonen, dass die ICE-Festnahmen nach geltendem Recht durchgeführt wurden. In den Gerichtsunterlagen heißt es, dass Einwanderungsbeamte Faktoren wie Beruf und Aufenthaltsort bei Festnahmen berücksichtigen dürfen und dass das Verbot solcher Praktiken gegen geltendes Recht verstoße.

Während der Anhörung am Donnerstag deutete Richterin Frimpong an, dass sie geneigt sei, bis Freitag eine einstweilige Verfügung zu erlassen, äußerte jedoch auch Zurückhaltung: „Ich denke, es ist wichtig, dass das Gericht rechtmäßige polizeiliche Tätigkeiten nicht unnötig behindert.“

Das Ergebnis dieses Falls könnte erhebliche Auswirkungen auf die Durchsetzung des Einwanderungsrechts in Kalifornien haben und wichtige Präzedenzfälle für den verfassungsrechtlichen Schutz im Rahmen bundesstaatlicher Einwanderungsoperationen schaffen. Während die juristischen Auseinandersetzungen weitergehen, warten beide Seiten auf eine Entscheidung, die die unmittelbare Zukunft von Vollzug und Bürgerrechten im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat prägen wird.